Strategie2
Michael Keiner
Handanalyse der Pros
Eine Hand – zwei Meinungen
von Michael Keiner und Martin Kläser
„Poker nach Lehrbuch“ ist ein geflügeltes Wort. Wieso spielen Profis Hände dennoch so unterschiedlich? Um Einblick in die Denkweise des Profis zu bekommen, haben wir zwei Pros mit der gleichen Konstellation konfrontiert. Dass die verschiedenen Poker-Generationen die Hände zum Teil sehr unterschiedlich spielen, beweisen wir wieder einmal in unserer Rubrik „Eine Hand – zwei Meinungen“. Wir befragten mit Dr. Michael Keiner und dem Schweizer PokerStars Pro Anton Allemann zwei bekannte Poker-Profis der deutschsprachigen Poker-Szene.
Was bisher geschah:
EPT San Remo Season 4
Final Table noch 4 Spieler im Turnier
Eric Koskas (Frankreich) der Shortstack mit ca. 1.000.000 Chips
Jason Mercier (USA) Chipleader mit ca. 2.350.000 Chips
Blinds 15.000/30.000/ Ante 3.000
Jason Mercier spielte UTG mit 5::h 9::s ein Raise auf 80.000. Anthony Lellouche und Dario Minieri folden ihre Hände. Der Franzose Eric Koskars machte den Call aus dem Big-Blind heraus mit 10::h 3::s.
Bevor der Flop kam, checkte Eric in the Dark. Der Flop brachte 5::c J::h 6::d.
So ging es weiter...
Und so wurde diese verrückte Hand zu Ende gespielt.
Jason checkte den Flop behind. Der Turn brachte 8::c. Eric spielte 220.000 in den 187.000 Pot. Jason callte. Der River brachte die 8::h und Eric ging sofort für 699.000 All-In. Jasons Stack ist zu diesem Zeitpunkt 2.044.000. Jason überlegte lange und macht schließlich den legendären Call. Eric musste auf Platz 4 ausscheiden. Jason gewann im Anschluss den EPT-Titel.
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